Stehst du im Laden vor den bunten Farbkästen und fragst dich “Welche Farben eignen sich am besten für die Aquarellmalerei?”. Lass dich von der großen Auswahl nicht verunsichern. Als Anfänger reicht nämlich bereits eine handliche Basispalette. Wenn du hier auf eine Kombination aus kühlen und warmen Grundfarben setzt, kannst du fast jeden Wunschfarbton super einfach selbst mischen. Welche 12 Farben du dafür brauchst, worin sich günstige Studienqualität von professioneller Künstlerfarbe unterscheidet und mit welchen Farben dir der Einstieg garantiert gelingt, erfährst du hier. Wir zeigen dir außerdem, welches weitere Zubehör du brauchst und mit welchen Techniken deine ersten Kunstwerke am besten gelingen.
Was ist Aquarellmalerei — und was unterscheidet sie von Wasserfarben?
Schon lange bevor die Aquarellmalerei in europäischen Ateliers Einzug hielt, malte man in der Steinzeit mit Erdpigmenten, verzierte Papyrus in Ägypten oder nutzte Tusche und Wasser im alten China. Den eigentlichen Durchbruch erlebte das Aquarell jedoch erst im 18. Jahrhundert, wo es sich durch weltberühmte Künstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Emil Nolde als Kunstgattung etablierte. Bis heute begeistert diese Technik Anfänger wie Fortgeschrittene gleichermaßen durch ihre unkomplizierte Art. Denn mit minimaler Ausrüstung wie Wasser, Papier und einer Farbpalette kannst du praktisch überall und jederzeit deiner Kreativität freien Lauf lassen.
Das Wort “Aqua” stammt dabei aus dem Lateinischen und verrät bereits, dass Wasser die Hauptrolle bei dieser Technik spielt. Statt mit reiner Farbmasse zu malen, nutzt du hier das Wasser als flüssiges Mittel für feinste Pigmente. Je mehr Wasser du beimischst, desto transparenter legen sich die Töne auf deinem Papier. Man spricht hier vom lasierenden Malen, da das Papier wie ein Spiegel wirkt. Das Licht dringt durch die transparenten Farbpigmente, wird vom hellen Untergrund zurückgeworfen und bringt die Farben so von innen heraus zum Strahlen. Das sorgt für die charakteristische Tiefe und schwebende Frische der Aquarellmalerei.
Wasserfarben aus dem Schulkasten hingegen unterscheiden sich stark davon, da sie primär für das deckende Malen gedacht sind. Die enthaltenen Zusatzstoffe blockieren das Licht und lassen die Farbtöne auf dem Papier eher starr und matt antrocknen. Wenn du versuchst, mit diesen Farben Lasuren oder weiche Übergänge zu erschaffen, wirst du eher enttäuscht werden und streifige oder fleckige Flächen erhalten. Wenn du mit der Aquarellmalerei anfangen möchtest, solltest du dein Material daher von Anfang an bewusst auswählen.
Aquarellfarbe vs. Wasserfarbe — der Unterschied
Der Unterschied zwischen Aquarell- und Wasserfarben zeigt sich vor allem in ihrer Zusammensetzung, der Maleigenschaft auf dem Papier und ihrer Farbbeständigkeit. Welche Kriterien das im Einzelnen sind und warum sie beim Malen einen so großen Unterschied machen, haben wir hier übersichtlich für dich aufgelistet:
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Merkmal |
Aquarellfarben |
Klassische Wasserfarben |
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Pigmentierung |
Extrem reich an reinen Farbpigmenten für ausdrucksstarke Nuancen, die selbst nach dem Trocknen leuchtend bleiben. |
Geringere Pigmentdichte, wodurch die Farben nach dem Trocknen eher matt erscheinen und an Strahlkraft einbüßen. |
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Bindemittel |
Natürliches Gummi arabicum (Harz von Akazienbäumen) sorgt für eine gleichmäßige Löslichkeit im feuchten Pinsel und ein natürliches Ineinanderfließen. |
Synthetische oder günstigere Bindemittel verhindern das freie Gleiten der Farbe und machen weiche Übergänge schwerer. |
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Transparenz |
Vollkommen durchscheinend, sodass der helle Papiergrund ungestört hindurchleuchtet. |
Enthält Füllstoffe für hohe Deckkraft, was bei mehreren Farbschichten schnell zu einem kreidigen Schleier führt. |
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Lichtechtheit |
Ausgezeichnete Farbbeständigkeit, damit deine Kunstwerke selbst bei hellem Raumlicht über Jahrzehnte wie neu wirken. |
Die Farben neigen dazu, unter Sonneneinstrahlung rasch zu vergilben. |
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Verarbeitung |
Reagiert extrem feinfühlig auf Pinsel und Wasser, was feine Verläufe und saubere Übergänge sehr einfach macht. |
Die Farbe verbindet sich kaum fließend mit dem Untergrund und hinterlässt bei Nachbesserungen schnell fleckige Ränder. |
Warum Aquarell ideal für Einsteiger ist
Aquarellmalerei ist hervorragend für Anfänger geeignet, die ohne Hürden und mit minimalem Aufwand kreativ werden wollen. Alles, was du brauchst, ist ein überschaubares Set aus Farbkasten, Pinsel, Wasserglas und Papier. Weil keine lösungsmittelhaltigen Reiniger nötig sind, hast du deinen Arbeitsplatz in wenigen Minuten sauber und dein Material schnell überallhin mitgenommen. Auch spielerisch überzeugt Aquarell von Anfang an: Das Wasser übernimmt auf dem Papier einen Großteil der Arbeit und zaubert mühelos fließende Übergänge. Selbst ohne lange Übung entstehen so im Handumdrehen stimmungsvolle Aquarellbilder, die Lust auf mehr machen.
Welche Farben eignen sich am besten für Aquarellmalerei? Die 12-Farben-Startpalette
Warum ausgerechnet 12 Farben? Theoretisch reichen sechs Grundtöne, um jeden Wunschton anzumischen. In der Praxis spart dir die 12-Farben-Palette jedoch extrem viel Frust und auch Zeit. Aquarellkästen mit 12 Farben bieten nämlich nicht nur die Primärfarben, sondern auch die wichtigsten Natur- und Erdtöne. Dadurch musst du nicht jeden Farbton mühsam anmischen, hast aber trotzdem alle Freiheiten dazu – und zwar ganz ohne die Gefahr, dass deine Mischungen grau werden.
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Farbton |
Temperatur |
Charakter & Wirkung |
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PY3 – Zitronengelb (Lemon Yellow) |
Kühl |
Heller, klarer Gelbton für leuchtende Farbverläufe; z.B. für Lichtreflexe oder Zitronenschalen |
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PY35 – Kadmiumgelb Hell |
Warm |
Wärmerer Gelbton für Sonnenlicht, warmes Dämmerlicht und goldene Töne |
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PO71 – Transparent Pyrrol Orange |
Warm |
Kräftiges Orange für warme Akzente und lebendige Verläufe; perfekt für Kürbisse, glühende Sonnenuntergänge oder Herbstlaub |
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PR122 – Magenta |
Kühl |
Leuchtendes Rot; perfekte Basis für Lila- und Violettöne, z.B. für Himbeeren |
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PR108 – Kadmiumrot Dunkel |
Warm |
Kräftiges, tiefes Rot für Hauttöne und warme Akzente wie bei reifen Kirschen oder Porträts |
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PBr7 – Siena Natur |
Warm |
Sanfter Erdfarbton für Naturdarstellungen und Landschaften, etwa für Sandstrände, Felsen oder trockenes Sommergras |
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PBr7 – Siena Gebrannt |
Warm |
Dunklerer, rötlicher Braunton für warme Schattierungen, ideal für Baumrinde, Erde oder Tierfell |
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PG7 – Phthalogrün |
Kühl |
Intensiver, fast smaragdgrüner Farbton für präzise Details und Vegetation, perfekt für tropische Blätter |
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PG17 – Chromoxidgrün |
Warm |
Erdiger, dunkler Grünton für realistische Pflanzen und Natur, wie für heimische Wiesen, Tannennadeln und Oliven |
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PB27 – Preußischblau (Pariserblau) |
Kühl |
Tiefes, intensives Blau für kühle Schatten und dramatische Effekte, z.B. stürmische See oder Nachthimmel |
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PB29 – Ultramarinblau |
Warm |
Klassischer, tiefblauer Ton für sanfte Schatten und Himmelsdarstellungen |
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PB74 – Kobaltblau Dunkel |
Kühl |
Kühler, intensiver Blauton für Nachtmotive, Eisflächen oder Wassertiefe |
Hinweis: Siena Natur und Siena Gebrannt tragen oft denselben Pigmentcode (PBr7), da beiden aus demselben natürlichen Erdpigment gemacht sind. Der farbliche Unterschied entsteht erst beim Herstellungsprozess. Erst durch das gezielte Brennen oxidiert das Eisen im Pigment, wodurch aus dem sanften, gelblichen Siena Natur das rötliche Siena Gebrannt wird. Merke dir also: Der Pigmentcode beschreibt immer den Ursprungsstoff und nicht die Verarbeitung.
Warum du auf Weiß und Schwarz verzichten kannst
Wer mit Aquarell beginnt, sucht oft vergeblich nach echtem Weiß oder einem tiefen Schwarz in seinem Aquarellfarben Set. Das liegt daran, dass Lichtreflexe ganz einfach durch das durchscheinende Papier erzeugt werden und fertiges Schwarz deine Bilder nur stumpf wirken lassen würde. Plane deine hellen Bereiche einfach von Anfang ein und spare sie beim Auftragen gezielt aus. Für dunkle Schatten und starke Kontraste nutzt du am besten deine Primärfarben. Mische dazu Rot, Gelb und Blau und du erhältst ein tiefes, nuancenreiches Schwarz, das deutlich mehr Leuchtkraft hat als eine fertige Farbe.
Welche Materialien brauchst du noch?
Farben allein machen noch kein Aquarellbild. Du brauchst natürlich auch den passenden Malgrund und verlässliches Zubehör. Deshalb zeigen wir dir in den folgenden Abschnitten, worauf es bei Papiergrammatur, Pinselarten sowie der Entscheidung zwischen Näpfchen, Tuben und flüssiger Aquarellfarbe wirklich ankommt.
Aquarellpapier: Grammatur und Struktur richtig wählen
Aquarellpapier mit 300 g/m² gilt als der Goldstandard, da es große Wassermengen mühelos verarbeitet und gleichmäßige Farbverläufe garantiert. Aber auch Papier mit 200 g/m², wie das aus unserer hochwertigen Hauskollektion, ist durchaus in Ordnung. Noch dünneres Papier wellt sich bei Nässe allerdings schnell und ist eher für trockene Techniken gedacht. Sehr schweres Papier (über 300 g/m²) hingegen bleibt extrem lange feucht, lässt sich schichtweise überarbeiten und eignet sich hervorragend für aufwendige Lasuren.
Um ein Wellen beim Malen vollkommen zu verhindern, spannen viele Profis lose Bögen mit Nassklebeband auf oder nutzen direkt vierseitig verleimte Blöcke, aus denen das fertige Bild nach dem Trocknen vorsichtig mit einem stumpfen Messer herausgelöst wird.
Bei den Fasern gilt Papier aus 100 % Baumwolle (Hadernpapier) als die absolut höchste Qualitätsstufe. Seine langfaserige Struktur macht das Papier extrem strapazierfähig, lässt Farben auch nach dem Trocknen leuchtend strahlen und eignet sich perfekt für weiche Farbverläufe in der Nass-in-Nass-Technik (dazu später mehr). Damit deine Motive auch über Jahrzehnte erhalten bleiben, muss das Papier zudem säure- und ligninfrei sein.
Ebenso beeinflusst die Papierstruktur deine Malerei: Feinkörniges Papier eignet sich perfekt für feine Details und sanfte Übergänge. Wenn du eher messerscharfe Linien oder botanische Illustrationen malen willst, greife lieber zum spiegelglatt gepressten, satinierten Papier. Raues Papier wiederum erzeugt durch seine spürbare Körnung faszinierende Granuliereffekte und schenkt vor allem Natur- und Landschaftsmotiven eine schöne Tiefe.
Aquarellpinsel für Anfänger
Lass dich von der riesigen Pinselauswahl nicht verunsichern. Für deine ersten Aquarellwerke genügen bereits ein bis zwei hochwertige Pinsel, die genau zu deinen Bedürfnissen passen.
Vor allem wenn du gerade erst anfängst, reicht ein einziger mittelgroßer Rundpinsel mit feiner Spitze aus. Spezialformen wie Flach-, Fächer- oder Schlepperpinsel können dein Set dann je nach Motiv ergänzen. Jeder Pinsel sollte zudem kurze Stiele besitzen, da du nah am Papier sitzt und die Führung aus dem Handgelenk erfolgt.
Ob Naturhaar oder Synthetikfaser ist hier reine Geschmackssache. Naturhaare binden extrem viel Feuchtigkeit, fühlen sich beim Verstreichen aber sehr weich an. Hochwertige Synthetikpinsel punkten hingegen durch ihre Elastizität, da sie nach jedem Pinselstrich wieder in ihre Ursprungsform zurückspringen und dir so besonders beim Ziehen präziser Linien mehr Kontrolle verleihen.
Tuben, Näpfchen oder flüssig
Qualitativ und in der Leuchtkraft stehen sich Näpfchen, Tuben oder flüssige Farben bei gleicher Marke in nichts nach. Der Unterschied liegt vor allem in der Handhabung und deinem Malstil:
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Näpfchen sind der absolute Klassiker für Einsteiger und wenn du unterwegs malen möchtest. Sie verursachen wenig Müll, halten ewig und können unterwegs nicht auslaufen. Für das Anmischen sehr großer Farbmengen erfordern sie allerdings etwas Geduld.
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Tuben eignen sich perfekt, wenn du große Farbmengen benötigst, beispielsweise für großformatige Werke im Atelier. Die cremige Konsistenz lässt sich direkt aus der Tube auf die Palette drücken. Das spart Zeit beim Anmischen großer Farbmengen, schont feine Pinselspitzen und liefert sofort eine hohe Farbintensität.
P.S.: Vergiss die Mischpalette nicht. Erst auf einer eigenen Fläche kannst du viele Farben ganz in Ruhe anrühren und neue Nuancen entdecken.
Aquarelltechniken für den Einstieg
Um Farben auf das Papier zu bringen, stehen dir im Aquarell unterschiedliche Techniken offen. Jede von ihnen erzeugt dabei ganz eigene, faszinierende Effekte. Damit dir der Start gelingt, stellen wir dir die beliebtesten Methoden vor – von der Nass-in-Nass-Technik über das Schichten von Lasuren bis hin zur Trockentechnik. Setz dich nicht unter Druck, wenn ein Effekt nicht auf Anhieb gelingt. Beim Malen mit Aquarell geht es vor allem darum, den Alltagsstress zu vergessen und Spaß beim Gestalten zu haben.
Lavieren: Nass-in-Nass Schritt für Schritt
Die wohl bekannteste und beliebteste Methode in der Aquarellmalerei ist die klassische Nass-in-Nass-Technik. Hierfür befeuchtest du deinen Malgrund zunächst gleichmäßig mit einem weichen Pinsel, einem Schwamm oder einer praktischen Sprühflasche. Nimm nun mit einem runden Pinsel eine beliebige Farbe auf und tupfe sie vorsichtig auf das Blatt. Da der Wasserfluss nie ganz vorhersehbar ist, ist es immer ganz spannend zu beobachten, wie genau sich die Farbe ausbreitet. Experimentiere gern ein wenig herum, setze beispielsweise weitere Farbtupfer in die Mitte des ersten Farbtupfers und schau zu, wie neue Verläufe entstehen. Vergiss nicht, deinen Pinsel zwischendurch in Wasser auszuspülen, damit die Töne getrennt voneinander bleiben und erst auf dem Blatt ihre eigenen Verläufe bilden.
Lasieren: Nass-auf-Trocken-Technik
Beim Lasieren nutzt du die einzigartige Transparenz von Aquarellfarben voll aus. Ähnlich wie bei einer Holzlasur, die die Maserung durchscheinen lässt, übermalst du beim Aquarellieren getrocknete Farbschichten mit dünnen, wässrigen Lasuren. Das weiße Papier und die darunterliegenden Töne schimmern durch die neuen Farbschichten hindurch, wodurch komplexe Farbnuancen entstehen und dein Motiv eine räumliche Tiefe bekommt. Diese Methode funktioniert nur, wenn jede einzelne Schicht vor dem nächsten Pinselstrich absolut trocken ist.
Du brauchst: Ein hochwertiges Baumwollpapier, das mit der vielen Feuchtigkeit mühelos umgehen kann, zwei Becher mit sauberem Wasser, einen großen Rundpinsel, eine Mischmulde und ein separates Stück Papier, um den Helligkeitsgrad deiner Farbe vorab zu testen.
Zu Beginn rührst du deine Farbe mit reichlich Wasser an und trägst diese erste Schicht möglichst glatt und gleichmäßig auf deinen Malgrund auf. Danach heißt es geduldig abwarten, bis die Fläche vollkommen getrocknet ist. Das nimmt rund eine halbe Stunde in Anspruch, lässt sich mit einem Föhn aber abkürzen, sofern du das erwärmte Papier kurz abkühlen lässt. Nun folgt der eigentliche Lasureffekt: Gleite mit einer neuen verdünnten Farbe schnell und flach über die trockene Schicht, ohne zu oft nachzustreichen, da sich manche Pigmente wieder ablösen können. Sobald auch diese Schicht wieder trocken ist, kannst du den Vorgang beliebig wiederholen.
Trocken-auf-Nass-Technik
Bei der Trocken-auf-Nass-Technik trifft ein wenig befeuchteter, mit dicker Farbe gesättigter Pinsel auf ein bereits feuchtes Papier. Das Wort “trocken” bedeutet hier keineswegs starr, sondern steht für cremige, hoch konzentrierte Farbe mit minimalem Wasseranteil. Im Vergleich zur klassischen Nass-in-Nass-Methode verlaufen die Pigmente dadurch nicht völlig frei, sondern bleiben formstabiler. Es entstehen sanft auslaufende, aber dennoch gut steuerbare Formen. Diese Technik braucht zwar etwas Übung, um den perfekten Trocknungsgrad des Papiers abzupassen, ist aber ein fantastisches Werkzeug, wenn du Felsen, Erde oder sanft abgegrenzte Schattenpartien malen möchtest.
Granulieren: Trocken-auf Trocken-Technik
Die Trocken-auf-Trocken-Technik ist der beste Beweis dafür, dass Aquarell keineswegs immer flüssig und verschwommen sein muss. Indem du mit ganz wenig Wasser arbeitest, bringst du die pure Pigmentkraft direkt aufs trockene Blatt. Statt sanfter Verläufe erzeugst du so eine markante, leicht rau wirkende Optik, da die Farbe vor allem an der Oberflächenstruktur des Papiers hängen bleibt. Dieser Effekt kommt auf rauem Aquarellpapier besonders spektakulär zur Geltung und eignet sich perfekt für das Ausarbeiten von feinen Strukturen, Mustern oder sauberen Einzelheiten.
Lavieren: Verwaschtechnik
Bei der Verwaschtechnik feuchtest du getrocknete Farbe oder Zeichnungen mit einem sauberen, feuchten Pinsel nachträglich wieder an. Dadurch lösen sich die Pigmente an und scharfe Konturen verwandeln sich in malerische, weiche Übergänge. Viele Künstler nutzen das Lavieren auch ganz gezielt als “Rettungsaktion”, um misslungene Stellen auszubessern oder zu harte Ränder im Nachhinein sanft auslaufen zu lassen. Am besten gelingt dir dieser Effekt mit einem speziellen Verwaschpinsel. Dieser hat einen hohen Wasserspeicher, der die Farbschicht schonend nässt, ohne das Papier zu beschädigen.
Pigmentdichte, Lichtechtheit, Transparenz erklärt
Woran lässt sich eine hochwertige Aquarellfarbe eigentlich erkennen? Qualitätsfarben überzeugen vor allem durch eine hohe Dichte an reinen Pigmenten, starke Lichtbeständigkeit und die passende Transparenz. Praktischerweise steht alles, was du wissen musst, auf den Tuben oder Näpfchen drauf. Achte beim Kauf im Laden oder Online-Websites auf diese drei Symbole:
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Quadrat (Transparenz): Ein leeres Quadrat bedeutet vollständig transparent, ein durchgestrichenes Quadrat mit diagonaler Linie bedeutet halblasierend, ein halb ausgefülltes Quadrat steht für halbdeckend und ein komplett gefülltes Quadrat steht für eine deckende Farbe.
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Sterne oder Pluszeichen (Lichtechtheit): Ein Stern bedeutet geringe Lichtechtheit, zwei Sterne stehen für jahrzehntelangen Schutz und drei bis fünf Sterne garantieren Museumsqualität, die deine Farben über 100 Jahre lang vor dem Verblassen schützt.
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Name (Pigmentdichte): Steht das Wort “Farbton” im Namen handelt es sich um eine moderne Nachbildung echter Pigmente, während “Permanente Farbe” oder reine “Einzelpigmente” für echte Qualität stehen.


