Anwendung, Qualität und Aufbewahrung
Du hast Sticknadel, Schere, Stickrahmen und deinen liebsten Stickstoff bereits griffbereit und es stellt sich nur die Frage: “Welches Garn zum Sticken ist eigentlich das Richtige?”. Gerade wenn du ganz frisch sticken lernen möchtest, ist die Auswahl oft riesig. Weil wir selbst jede freie Minute mit kreativen Projekten verbringen, geben wir unsere gesammelten Erfahrungen von Herzen gern an dich weiter. So wird dein Werk am Ende genau so, wie du es dir erträumt hast. Wir schauen uns die verschiedenen Materialien und Garnarten an, entdecken die besten Techniken und verraten dir unsere Geheimtipps zur Aufbewahrung. So bist du bestens vorbereitet, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen!
Was ist Stickgarn – und worin unterscheidet es sich von Nähgarn?
Auf den ersten Blick scheint sich der Stickgarn vom Nähgarn kaum zu unterscheiden. Wenn du die beiden Fäden aber in deine Hände nimmst, spürst du den Unterschied sofort. Das normale Nähgarn ist sehr stabil und reißfest. Es wird hauptsächlich dafür benutzt, Stoffteile fest und dauerhaft miteinander zu vernähen, damit die Kleidung im Alltag nicht aufreißt. Ein Stickgarn hingegen wird aus Fasern wie Baumwolle, Seide oder Viskose gesponnen. Das ist auch der Grund, warum es so schön glänzt und den Stickereien wunderschöne Effekte verleiht. Zum Nähen von Kleidung ist es allerdings ungeeignet. Vielmehr wird es für farbige Verzierungen verwendet.
Materialien im Überblick: Baumwolle, Seide, Polyester & Co.
Beim Griff zum passenden Faden hast du unzählige Möglichkeiten. Klassische Stickgarne gibt es von glänzend bis matt, gefertigt aus ganz unterschiedlichen Rohstoffen. Jedes Material reagiert beim Sticken ein bisschen anders und bringt seinen ganz eigenen Charakter mit auf den Stoff. Welcher Faden am besten zu deinem Stickprojekt passt, hängt davon ab, ob du per Hand oder mit der Maschine sticken möchtest. Grundsätzlich unterscheidet man aber zwischen natürlichen und synthetischen Stoffen. Zu den natürlichen Garnen gehören unter anderem:
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Baumwolle: Mit Baumwolle entscheidest du dich für ein sehr natürliches, weiches Material mit einer traditionellen Optik. Du bekommst es meist als teilbares Garn oder als fest verdrilltes Perlgarn, das dezent glänzt. Es lässt sich wunderbar angenehm mit der Hand verarbeiten und ist perfekt für Techniken wie den Kreuzstich oder das Quilten. Wenn du Baumwolle an der Maschine sticken möchtest, solltest du wissen, dass die Naturfaser mehr flust. Du musst den Greiferbereich deiner Maschine danach also etwas gründlicher reinigen.
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Seide: Naturseide ist extrem glatt, komplett flusenfrei und fällt durch eine sehr hohe Farbbrillianz mit feinem Glanz auf. Der Faden ist so zart, dass er beim Sticken sanft und ohne Widerstand selbst durch sehr dünne Stoffe gleitet. Wegen dieser feinen Beschaffenheit wird Seide daher ausschließlich für Handarbeiten und detaillierte Stickereien benutzt.
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Wolle: Mit Wollgarn schaffst du eine sehr weiche, greifbare Oberfläche. Die dicken Fasern sorgen dafür, dass die Stiche erhaben wirken und das Muster plastisch hervortritt. Auch Wolle kommt in Handstickereien zum Einsatz, insbesondere für Wandteppiche.
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Polyester: Wenn deine Stickerei extrem haltbar sein muss, dann empfehlen wir Polyester. Als synthetischer Faden ist es sehr reißfest, langlebig und verliert auch bei starker Sonneneinstrahlung, häufigem Waschen oder dem Einsatz von Bleichmitteln nicht seine Farbe. Außerdem hält es den schnellen Stickgeschwindigkeiten von Stickmaschinen mühelos stand und eignet sich daher ideal für Kleidung und Heimtextilien.
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Viskose: Dieses Garn wird aus Zellulose hergestellt und fällt durch seinen intensiven, seidigen Glanz sowie sehr leuchtende Farben auf. Das Material ist extrem weich und erzeugt eine feine, glatte Oberfläche auf dem Stoff. Weil Viskose hitzeempfindlich ist und im nassen Zustand an Stabilität verliert, eignet sie sich weniger für Projekte, die viel aushalten müssen. Stattdessen wird sie oft für dekorative Arbeiten eingesetzt.
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Mischgarne: Bei Mischgarnen werden mindestens zwei unterschiedliche Faserarten miteinander vermischt. Meistens verbindet man Kunstfasern mit Naturfasern, damit das Garn robuster wird, sich aber trotzdem natürlich anfühlt. Ein gutes Beispiel ist die Acryl-Woll-Mischung. Hier erhältst du die weiche Oberfläche der natürlichen Wolle, während der Acryl-Anteil dem Ganzen mehr Stabilität verleiht.
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Metallicgarn: Diese Garne verleihen deinen Projekten einen tollen Glanz und besondere Effekte. Sie sind so aufgebaut, dass eine glänzende Folie um einen Polyester- oder Nylonkern gewickelt wird. Das sieht zwar wunderschön aus, macht das Sticken für Anfänger aber schwierig. Wenn die Fadenspannung zu hoch ist oder du die falsche Nadel benutzt, kann der Faden schnell knoten oder sogar reißen. Wir raten dir daher, eine spezielle Metallic-Nadel zu verwenden, um diese Probleme zu umgehen.

Sticktwist, Perlgarn, Mouliné: Die wichtigsten Garntypen erklärt
Abgesehen vom passenden Rohstoff, unterscheidet sich Stickgarn auch in seiner Machart, wobei dir am häufigsten Mouliné, Sticktwist oder Perlgarn begegnen werden. Der Begriff “Mouliné” stammt dabei aus dem Französischen und bedeutet so viel wie “gezwirnt” oder “meliert”. “Sticktwist” ist einfach die deutsche Bezeichnung dafür. Lass dich davon nicht verwirren, denn letztlich beschreiben beide Namen genau dasselbe: ein in sich gedrehtes Garn. Das Besondere an diesem Garn ist seine enorme Flexibilität, denn die Fäden lassen sich mühelos voneinander trennen. So hast du die Wahl, ob du filigrane Details mit nur ein oder zwei Strängchen sticken willst oder alle sechs Fäden für großflächige Motive verwendest.
Perlgarn ist das genaue Gegenteil. Es ist ein unteilbarer, fest verzwirnter Faden mit einem schönen perlmuttartigen Glanz. Weil er nicht aufgespalten wird, gibt es deiner Stickerei eine erhabene und sehr plastische Textur. Er ist in verschiedenen Stärken erhältlich und kommt vor allem auf gröberen Stoffen oder auch bei Quilten zum Einsatz.
Als designorientierte Bastelmarke legen wir bei Alexandra Renke großen Wert auf das Besondere. Wir suchen immer nach Materialien, die höchste Qualität mit einer stilvollen Ästhetik verbinden. Deshalb findest du in unserem Shop ganz spezielle Garne von Marken aus aller Welt.
Ob glänzendes Diamant-Garn für schöne Akzente, schimmerndes Metallic-Garn für metallische Effekte oder das Mouline Special, dessen sechs trennbare Fäden sich auf unterschiedliche Sticktechniken anpassen lassen.
Welches Garn zum Sticken – die richtige Wahl für jede Technik
Da Sticken nicht allzu schwierig ist, können auch Anfänger schöne Stickereien selbst anfertigen. Egal ob du Heimtextilien wie Geschirrtücher, Bettwäsche, Tischdecken oder Gardinen verschönern möchtest – die Möglichkeiten sind riesig. Sogar Stoffbeutel oder deine eigene Kleidung wie T-Shirts, Jeans oder Pullover können durch gestickte Details zu echten Unikaten gemacht werden. Die verschiedenen Materialien und Garntypen kennst du nun schon – aber wer das Sticken lernen möchte, muss auch die ein oder andere Technik kennen. Deshalb zeigen wir dir, was sich hinter dem klassischen Kreuzstich verbirgt und was genau ein Petit Point ist. Du lernst außerdem, welche Fäden ideal für die traditionelle Handstickerei sind und welche sich am besten für eine Maschine eignen.
Welche Garne eignen sich für die klassische Handstickerei?
Die absoluten Klassiker für die Handarbeit sind Sticktwist und Perlgarn. Gerade für Anfänger ist der Sticktwist (meist aus Baumwolle) der perfekte Einstieg. Wie bereits erwähnt, besteht dieser aus sechs Einzelfäden, die man unkompliziert voneinander trennen kann. Durch diese Flexibilität kannst du die Garnstärke eigenständig anpassen. Für hauchzarte Details nutzt du am besten ein oder zwei Fäden, für große Flächen hingegen den vollen Strang.
Wenn du dann erfahrener im Sticken bist, entscheidet vor allem der Stoff über die Wahl des Garns. Ausschlaggebend ist dabei die Fadenstärke, bei der stets gilt: Niedrige Zahlen stehen für dickes Garn, hohe Zahlen für dünnes Garn. Für sehr dünne Gewebe wie Seide benötigst du beispielsweise ein feines 60wt-Garn. Diese Stärke sorgt für präzise Stiche bei kleinen Schriften oder winzigen Details und verhindert, dass sich der empfindliche Stoff zusammenzieht. Verwendest du hingegen mittelschwere Stoffe wie Leinen oder Baumwolle, ist ein 40wt-Garn die bessere Wahl. Das Garn ist dick genug für flächendeckende Motive und eignet sich für fast alle Standardprojekte. Kommen hingegen Materialien wie Jeans zum Einsatz, brauchst du einen extrem robusten Garn der Stärke 12wt oder sogar ein dickes Perlgarn in den Stärken 3 bis 5.
Kreuzstich und Petit Point: Sticken für Anfänger
Unterschiedliche Sticktechniken erzeugen verschiedene Stile und Optiken auf dem Stoff. Das bekannteste Muster, das du als Anfänger kennen solltest, ist der Kreuzstich. Um ihn zu sticken, arbeitest du zuerst eine Reihe von links unten schräg nach oben recht. Danach stickst du die Reihe wieder zurück, indem du von unten rechts nach oben links in die bestehenden Löcher einstichst. Da jeder Stich doppelt bearbeitet werden muss, erfordert der Kreuzstich mehr Zeit als beispielsweise der Petit Point.
Der Petit Point ist eine feine Technik, bei der meist nur ein halber Kreuzstich über einen einzelnen Gewebefaden gearbeitet wird. Deshalb kommt er vor allem bei Wandteppichen und Canvas zum Einsatz, um möglichst fotorealistische Stickereien wie Porträts zu ermöglichen.
Fadensalat vermeiden: Wie lässt sich Stickgarn aufbewahren und clever organisieren?
Damit deine kunstvollen Werke auch die Zeit überdauern, runden wir unseren Sticken für Anfänger Leitfaden mit einem letzten, wichtigen Thema ab: die Aufbewahrung. Grundsätzlich gilt für alle Garne: Lagere sie stets trocken, dunkel und kühl. UV-Licht ist der größte Feind deiner Fäden. Es bleicht die Farbstoffe aus und lässt das Material stumpf und leblos wirken. Aber auch Staub und Nässe sollten nicht unterschätzt werden. Wenn sich Staub in den Fasern absetzt, verliert das Garn an Geschmeidigkeit und kann im schlimmsten Fall sogar die Nadel blockieren. Feuchtigkeit hingegen lässt die Fasern aufquellen, macht das Garn brüchig und bietet den perfekten Nährboden für Schimmel. Ein kühler, trockener und dunkler Ort, idealerweise in UV-beständigen Garnboxen, ist daher Pflicht.
Polyester und Nylon können so etwa zehn Jahre ihre Leuchtkraft beibehalten. Bei Baumwolle kannst du mit einer Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren rechnen. Seide reagiert besonders empfindlich auf Licht, weshalb die Farben bereits nach etwa sechs Monaten bis zwei Jahren verblassen.
Doch nicht nur Sonne, Staub und Nässe sind eine Gefahr für dein Stickzubehör. Auch fehlende Organisation kann dein Garn ruinieren. Lose herumliegendes Garn verheddert sich nämlich schnell, reißt leicht oder franst aus und wird dadurch schnell unbrauchbar.
Mit einer systematischen Aufbewahrung schützt du dein Zubehör vor solchen Missgeschicken und sparst dir gleichzeitig Zeit und Nerven beim Sticken. Für Garnrollen eignen sich spezielle Boxen mit kleinen Fächern besonders gut. Kaufst du dein Garn dagegen in Strängen oder Docken, wickelst du es am besten direkt auf kleine Garnkarten um. So verhinderst du lästige Knoten und kannst alles perfekt in einem Stickgarn-Organizer verstauen.


