Mit Acrylic Markern besondere Akzente setzen
Clay lässt sich auf so viele unterschiedliche Arten gestalten und verschönern. Dabei hat jede Technik ihren ganz eigenen Charm und macht aus einem schlichten Stück Clay etwas Besonderes. In diesem Beitrag möchte ich dir eine weitere Möglichkeit vorstellen, die nicht nur unkompliziert ist, sondern auch richtig viel Spaß macht: Das Gestalten mit Acrylic Markern.
Mit diesen Stiften lassen sich getrocknete Clay-Projekte, wie z.B. Anhänger ganz wunderbar bemalen, beschriften oder mit kleinen Details verzieren. Was diese Stifte so besonders macht, worauf es beim Gestalten ankommt und welche Ideen sich umsetzen lassen, erfährst du im folgenden Beitrag.
Übersicht
Amsterdam Acrylic Marker
Vielleicht sind dir die Amsterdam Acrylic Marker schon bekannt. Falls nicht, lohnt es sich auf jeden Fall, sie einmal auszuprobieren. Anders als bei gewöhnlichen Filzstiften steckt in diesen Markern richtige Acrylfarbe auf Wasserbasis, d.h. die Farbe lässt sich ganz bequem mit einem Stift auftragen, so dass du weder einen Pinsel, ein Farbtöpfchen oder eine Palette benötigst. Gerade für kleinere Motive und feine Verzierungen ist das unglaublich praktisch.
Die Acrylfarbe hat eine gute Deckkraft und sorgt für intensive Farbakzente. Besonders auf hellem Clay kommen Farben wie Schwarz, Silber und Gold wunderschön zur Geltung. Je nach Untergrund kann es allerdings sinnvoll sein, eine zweite Farbschicht aufzutragen.
Die hier verwendeten Marker haben eine 2-mm-Spitze. Damit lassen sich kleine Punkte, Linien, Herzen, Sterne oder auch Schriftzüge gestalten. Für besonders filigrane Motive kann die Spitze allerdings schon etwas breit sein. Hier hilft es, mit wenig Druck zu arbeiten oder die Farbe mit einem feinen Pinsel aufzunehmen.
Clay mit Acrylic Markern gestalten - so geht's!
Das Schöne an dieser Technik ist, dass sich auch bereits fertige Clay-Anhänger nachträglich verschönern lassen.
Viel Vorbereitung braucht es dafür nicht, ein paar Kleinigkeiten solltest du jedoch beachten. Bevor es mit dem Bemalen losgeht, sollte der Clay vollständig durchgetrocknet sein. Die Oberfläche muss außerdem sauber und möglichst staubfrei sein. Kleine Unebenheiten kannst du bei Bedarf mit sehr feinem Schleifpapier vorsichtig glätten. Den entstandenen Schleifstaub anschließend gründlich entfernen - dafür kannst du einen feinen Pinsel oder ein Puste-Werkzeug verwenden.
Ganz natürlich oder doch lieber Gesso?
Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Wenn du den natürlichen, leicht warmen Farbton von Clay magst, kannst du direkt auf die getrocknete Oberfläche malen. Soll der Untergrund dagegen etwas heller und gleichmäßiger sein, bietet sich eine dünne Schicht Gesso an. Gerade bei feinen Linien kann eine gleichmäßig grundierte Oberfläche hilfreich sein, weil die Farbe weniger stark in den Clay einzieht. Wichtig ist nur, dass das Gesso vor dem Bemalen vollständig getrocknet ist.
Die Marker richtig vorbereiten
Vor dem ersten Gebrauch müssen die Marker gut geschüttelt werden. Anschließend wird die Spitze vorsichtig auf einem separaten Papier angepumpt, bis die Farbe gleichmäßig fließt. Halte den Marker für das Anpumpen möglichst senkrecht und drücke die Spitze sanft auf ein Stück Papier. Das Anpumpen solltest du nicht direkt auf dem fertigen Clay-Anhänger ausprobieren. Manchmal kommt plötzlich etwas mehr Farbe heraus, als erwartet und das wäre schade um das schöne Werkstück.
Vermeide direkte Sonne, Heizung, Föhn oder andere starke Wärmequellen. Zu schnelles und ungleichmäßiges Trocknen begünstigt Spannungen, Verformungen und Risse. Langsames, gleichmäßiges Trocknen ist meist die schönere Lösung.
Bei größeren, massiven Formen lohnt es sich, Materialstärke zu reduzieren. Statt einen sehr dicken Körper komplett aus Clay zu formen, kannst du mit einem leichten Kern arbeiten oder dicke Formen aushöhlen. Das spart Material und hilft dabei, große Unterschiede zwischen bereits trockenen Außenbereichen und noch feuchten Innenbereichen zu vermeiden.
Los Geht's!
Nun kannst du nach Herzenslust gestalten. Ob kleine Sterne, zarte Zweige, Herzen, Punkte oder Schriftzüge, die Möglichkeiten sind wirklich vielfältig. Besonders schön wirken Motive, bei denen noch viel von der ursprünglichen Clay-Oberfläche zu sehen ist. So kommen die kleinen Verzierungen richtig gut zur Geltung. Die Kombination aus Gold, Silber, Schwarz verleiht deinem Projekt einen Hauch von Glanz. Gerade auf dem matten, naturweißen Clay entstehen durch die metallischen Farben wunderschöne Kontraste. Dabei muss es gar nicht viel sein, manchmal genügt schon ein einzelnes goldenes Herz oder ein kleiner silberner Stern.
Ist dein Motiv fertig, sollte die Acrylfarbe in Ruhe trocknen können. Wie lange das dauert, hängt unter anderem davon ab, wie dick die Farbe aufgetragen wurde. Möchtest du mehrere Farben miteinander kombinieren, solltest du die erste Farbe am besten vollständig trocknen lassen, bevor die nächste dazukommt. So bleiben die einzelnen Details schön sauber.
Es müssen gar nicht immer aufwendige Motive sein. Gerade die kleinen, schlichten Verzierungen haben oft eine besonders schöne Wirkung.
Besonders hübsch sind kleine Clay-Anhänger in Form von Häusern, deren Fenster, Türen oder Dächer mit liebevollen goldenen oder schwarzen Details ergänzt werden. Wenn du es etwas persönlicher magst, kannst du die Anhänger mit Namen, kleinen Schriftzügen oder liebevollen Botschaften versehen.
Und auch bereits geprägte Clay-Stücke lassen sich mit den Markern wunderbar weitergestalten. Kleine erhabene Details können vorsichtig farbig hervorgehoben werden. Wie du in Clay prägst, lernst du in unserem Blog Beitrag 'Kreativ mit Clay - Prägen mit Holzstempeln'
Dabei am besten mit wenig Farbe arbeiten und zunächst an einem Probestück ausprobieren, wie sich die Markerspitze auf der Prägung verhält.Ob farbenfroh, verspielt oder ganz schlicht – mit ein paar gezielten Akzenten bekommt jedes Clay-Stück seinen ganz eigenen Charakter. Und manchmal sind es gerade die kleinen Details, die aus etwas Einfachem ein besonderes Lieblingsstück machen.
Tipps und Tricks
- Erst testen, dann gestalten. Clay ist nicht gleich Clay. Manche Oberflächen sind etwas glatter, andere eher rau oder saugfähig. Deshalb lohnt es sich, die Marker zunächst auf einem kleinen Reststück auszuprobieren. So lässt sich gleich erkennen, wie die Farbe wirkt und ob die Linien schön gleichmäßig werden.
- Weniger Druck ist oft mehr. Gerade bei kleinen Motiven sollte die Spitze nur leicht über die Oberfläche geführt werden. Wird zu fest gedrückt, kann zu viel Farbe austreten und die Linien werden breiter als gewünscht. Für besonders feine Details kann ein dünner Pinsel eine schöne Ergänzung sein.
- Lieber zweimal dünn als einmal dick. Soll eine Farbe besonders kräftig wirken, dann trage lieber zwei dünne Schichten auf als eine dicke. Die erste Schicht sollte dabei gut durchgetrocknet sein. So bleibt das Motiv gleichmäßiger und die Farbe lässt sich besser kontrollieren.
- Kleine Missgeschicke schnell korrigieren. Ist eine Linie einmal nicht ganz gelungen, kann die noch feuchte Farbe auf manchen Oberflächen vorsichtig mit einem leicht angefeuchteten Wattestäbchen abgenommen werden. Auf unbehandeltem Clay funktioniert das allerdings nicht immer, da die Farbe schnell einziehen kann. Deshalb möglichst vorsichtig arbeiten und nicht zu stark reiben.
- Die Markerspitze sauber halten. Gerade auf etwas rauerem Clay können sich kleine Staubpartikel an der Spitze sammeln. Diese am besten zwischendurch vorsichtig auf einem sauberen Papier abstreifen. So fließt die Farbe weiterhin gleichmäßig und die feinen Linien gelingen besser.
- Ein kleiner Trick für schöne Punkte. Möchtest du mehrere gleichmäßige Punkte setzen, solltest du den Marker möglichst senkrecht halten und nur kurz aufsetzen. Für besonders winzige Punkte kann auch ein Zahnstocher hilfreich sein. Einfach etwas Acrylfarbe vom Marker auf eine kleine Palette geben und mit der Spitze des Zahnstochers auftupfen.
Muss ich das Clay nun noch versiegeln?
Nicht unbedingt. Wenn die Anhänger ausschließlich zur Dekoration verwendet und wenig beansprucht werden, kann die vollständig getrocknete Acrylfarbe auch ohne zusätzliche Versiegelung ausreichen. Möchtest du die Oberfläche etwas besser vor Abrieb und Feuchtigkeit schützen, empfiehlt es sich, einen transparenten Versiegelungslack wie DAS Vernidas Aqua zu verwenden.
Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten. Bevor der Lack aufgetragen wird, muss die Acrylfarbe vollständig getrocknet sein. Anschließend den Versiegelungslack möglichst dünn und vorsichtig mit einem weichen Pinsel auftragen. Gerade bei Gold und Silber lohnt sich ein kleiner Test. Durch den Versiegelungslack kann sich die Wirkung der metallischen Farben verändern.
Auch der Glanzgrad kann anschließend etwasanders aussehen. Deshalb am besten zuerst ein Probestück bemalen und versiegeln, bevor es an die fertigen Lieblingsstücke geht. Bitte beachte, auch mit einer Versiegelung ist lufttrocknender Clay nicht automatisch wasserfest.
Die Acrylic Marker sind eine wunderbare Ergänzung zu den vielen Möglichkeiten, Clay zu gestalten. Besonders schön ist, dass sich damit auch bereits fertige Projekte noch einmal ganz neu in Szene setzen lassen. Es braucht weder viel Zubehör noch besonders aufwendige Techniken.


