Kleine Botschaften in Clay
Ein Stück Clay, ein Lieblingsstempel und ein paar ruhige Minuten am Basteltisch, mehr braucht es nicht für unsere nächste Bastelidee mit der wunderbaren Modelliermasse von DAS. Mit den feinen Akzentstempeln und Mini-Typo-Stempeln von Alexandra Renke lassen sich kleine Motive und Worte direkt in die noch weiche Oberfläche prägen. Das sieht wunderbar schlicht aus und ist leichter, als du vielleicht denkst.
Übersicht
Was du brauchst
Bevor wir anfangen, legen wir uns erstmal alles bereit:
- DAS Clay
- Einen Modellierroller (alternativ kannst du auch ein kleines Nudelholz und zwei Schaschlikspieße verwenden)
- Eine passende Ausstechform
- Feines Schleifpapier
- Deine liebsten Stempel
- Klarlack zum Versiegeln
- Etwas Garn zum Aufhängen
- Optional: Gesso und einen weichen Pinsel zum Grundieren
Schritt 1: Deinen Clay vorbereiten
Zu Beginn wird nur so viel Clay abgeschnitten, wie für das Projekt benötigt wird. Die restliche Modelliermasse sollte direkt wieder luftdicht verpackt werden, da sie an der Luft schnell zu trocknen beginnt. Anschließend wird der Clay mit sauberen Händen kurz durchgeknetet, bis er schön geschmeidig ist. Fühlt sich die Oberfläche bereits etwas trocken an, können wenige Tropfen Wasser helfen. Hier gilt allerdings, weniger ist mehr.
Anschließend wird das Clay auf einer glatten Unterlage ausgerollt. Verwende ein Modellierroller oder ein Nudelholz mit zwei gleich hohen Abstandshaltern (bspw. Schaschlikspieße). Für kleine Anhänger hat sich eine Stärke von etwa 4–5 mm bewährt. So bleiben die fertigen Werke stabil, ohne zu schwer zu werden. Damit der Clay nicht an der Unterlage haften bleibt, empfiehlt es sich, die ausgerollte Fläche zwischendurch vorsichtig zu lösen und gegebenenfalls zu drehen. Besonders beim anschließenden Bestempeln ist eine gleichmäßige, möglichst glatte Oberfläche wichtig, damit die feinen Stempelmotive später schön zur Geltung kommen.
Am besten mit gleichmäßigem, sanftem Druck arbeiten und nicht zu häufig über dieselbe Stelle rollen. So lassen sich unschöne Wellen und Druckspuren vermeiden. Wenn du bewusst etwas Struktur ins Spiel bringen möchte, kannst du zum Beispiel mit einer leicht strukturierten Unterlage experimentieren. Das verleiht dem Clay eine besondere Oberfläche.
Jetzt darfst du kreativ werden. Ob ein schlichter Kreis, ein Oval, ein Stern oder eine ganz individuelle Form, die Möglichkeiten sind vielfältig. Drücke die gewünschte Ausstechform möglichst senkrecht in den ausgerollten Clay und hebe dieseanschließend gerade wieder ab. Für freie Formen eignet sich eine Papierschablone, deren Umrisse mit einem Modellierwerkzeug vorsichtig nachgefahren werden. Anschließend den ausgestochenen Rohling behutsam von der Unterlage lösen, damit er seine Form behält. Kleine Unebenheiten oder ausgefranste Kanten lassen sich mit einem minimal angefeuchteten Finger oder einem weichen Pinsel wunderbar glätten. Soll das fertige Werk später als Anhänger an einem Geschenk oder Zweig hängen, wird bereits jetzt ein Loch in die noch weiche Modelliermasse gearbeitet. Dabei auf ausreichend Abstand zum Rand achten. Etwa 5–8 mm sind bei mittelgroßen Anhängern ein guter Richtwert, damit die Aufhängung später nicht ausbricht. Am besten gleich prüfen, ob das gewünschte Band problemlos durch die Öffnung passt.
Schritt 2: Mit Akzentstempel und Mini-Typo prägen
Jetzt kommt einer der schönsten Momente. Die schlichte Clay-Form erhält durch zarte Stempelmotive und kleine Schriftzüge ihren ganz persönlichen Charakter. Besonders schön wirken unsere Akzentstempel. Ob ein filigraner Tannenzweig, ein kleines Bäumchen oder ein anderes liebevolles Motiv, schon ein einzelner Abdruck kann eine wunderbare Wirkung entfalten. Ergänzt mit einem passenden Mini-Typo-Stempel entsteht im Handumdrehen ein ganz individuelles Werk. Ein kleiner Gruß wie „Frohe Weihnachten“ kommt besonders schön zur Geltung, wenn rundherum noch etwas Freiraum bleibt.
Zum Prägen wird der Stempel gerade und mit gleichmäßigem, sanftem Druck in den noch formbaren Clay gedrückt. Stempelfarbe ist dafür nicht notwendig, denn das Motiv entsteht allein durch die feine Vertiefung in der Modelliermasse. Anschließend den Stempel möglichst senkrecht abheben, damit die Konturen schön klar bleiben. Ein kleiner Tipp, probiere die Druckstärke zunächst an einem Reststück Clay aus. So lässt sich schnell ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Druck für einen sauberen Abdruck tatsächlich nötig ist.
Für besonders schöne Stempelabdrücke
- Achte auf die richtige Konsistenz.Ist der Clay noch sehr weich und klebrig, lohnt es sich, den ausgestochenen Rohling einige Minuten ruhen zu lassen. Die Oberfläche sollte nicht mehr am Stempel haften, aber weiterhin gut formbar sein. Ist die Masse bereits zu trocken, können beim Prägen kleine Risse entstehen.
- Arbeite mit wenig Druck.Gerade bei den feinen Mini-Typo-Stempeln ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Zu starker Druck lässt die Buchstaben schnell zu tief einsinken und kann die Konturen unsauber wirken lassen. Ein sanfter, gleichmäßiger Abdruck sorgt meist für das schönere Ergebnis.
- Verwende eine feste Unterlage.Für gleichmäßige Prägungen eignet sich eine stabile, ebene Arbeitsflächebesonders gut. Auf einer zu weichen Bastelmatte kann sich die Rückseite des Clays beim Stempeln verformen.
- Löse den Stempel vorsichtig von der Modelliermasse.Sollte die Modelliermasse am Stempel kleben, hilft es häufig schon, die Oberfläche kurz antrocknen zu lassen. Alternativ kann an einem Probestück eine hauchdünne Schicht Speisestärke als Trennhilfe ausprobiert werden. Dabei wirklich sparsam vorgehen und überschüssige Stärke vorsichtig entfernen, damit die feinen Stempeldetails nicht verloren gehen.
- Reinige den Stempel sofort.Nach dem Prägen sollten mögliche Clay-Rückstände zeitnah entfernt werden. Je nach Stempelmaterial eignen sich etwas Wasser und eine weiche Bürste. Dabei unbedingt die Pflegehinweise beachten und Holzgriffe nicht einweichen, damit die schönen Stempel lange erhalten bleiben.
Schritt 5: In Ruhe trocknen lassen
Nach dem Gestalten dürfen die kleinen Clay-Anhänger erst einmal in Ruhe trocknen. Lege sie dafür flach auf eine saubere, ebene Unterlage und lass sie an der Luft trocknen.
Wichtig ist vor allem, dass die Modelliermasse vollständig durchgetrocknet ist, bevor es an die weitere Gestaltung geht. Sobald die Anhänger ausreichend stabil sind, können sie vorsichtig gewendet werden. So kann auch die Unterseite gleichmäßig trocknen.
Sind die Anhänger vollständig trocken, lassen sich kleine Unebenheiten an den Kanten mit sehr feinem Schleifpapier vorsichtig glätten. Entferne den entstehenden Schleifstaub anschließend mit einem leicht feuchten Tuch.
Schritt 6: Gesso - ja oder nein?
Auch ohne zusätzliche Grundierung hat getrockneter Clay seinen ganz eigenen Charme. Der natürliche, leicht warme Farbton wirkt wunderbar schlicht und lässt die feinen Prägungen der Akzentstempel und Mini-Typo-Stempel besonders schön zur Geltung kommen. Wenn du diesen natürlichen Look bevorzugst, kannst du ganz bewusst auf Gesso verzichten. Soll die Oberfläche dagegen gleichmäßig hell werden oder später noch mit Farbe gestaltet werden, bietet sich eine Grundierung mit geeignetem Gesso an.
Wichtig ist, dass der Clay zuvor vollständig durchgetrocknet ist. Das Gesso wird mit einem weichen Pinsel möglichst dünn und gleichmäßig aufgetragen. Auch eine dünne Schicht braucht ungefähr 1-2 Stunden Trocknungszeit. Gerade bei filigranen Stempelmotiven und kleinen Schriftzügen ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, damit die feinen Vertiefungen nicht mit Grundierung gefüllt werden. Hier gilt, lieber zwei hauchdünne Schichten als eine dicke auftragen und jede Schicht gut trocknen lassen.
Tipp: Bei einem geprägten Schriftzug möglichst nicht mehrfach mit dem Pinsel über dieselbe Stelle streichen. Sonst sammelt sich schnell zu viel Gesso in den Vertiefungen und die feinen Buchstaben verlieren ihre klaren Konturen.Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Besonders filigrane Prägungen wirken ganz ohne Grundierung oft am schönsten.
Schritt 7: Zum Schluss versiegeln
Jetzt fehlt nur noch der letzte Schliff. Sobald der Clay vollständig getrocknet und eine mögliche Grundierung ebenfalls durchgetrocknet ist, kann dein fertiges Werk versiegelt werden. Dafür eignet sich beispielsweise der wasserbasierte Versiegelungslack DAS Vernidas Aqua. Er schützt die Oberfläche und verleiht ihr je nach gewählter Ausführung ein schönes Finish.
Trage den Lack mit einem weichen Pinsel in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht auf. Achte besonders bei den geprägten Buchstaben und filigranen Motiven darauf, dass sich keine kleinen Lackansammlungen in den Vertiefungen bilden.Anschließend die erste Schicht vollständig trocknen lassen. Falls nötig, kann eine weitere dünne Schicht folgen.
Auch die Rückseite und die Kanten dürfen versiegelt werden, damit ein möglichst einheitliches Ergebnis entsteht.
Gut zu wissen: Auch mit einer Versiegelung wird lufttrocknender Clay nicht automatisch wasserfest. Die fertigen Anhänger eignen sich deshalb vor allem als Dekoration für den Innenbereich und sollten vor dauerhafter Feuchtigkeit geschützt werden. Für den Kontakt mit Lebensmitteln oder die Verwendung alsKinderspielzeug sind sie nur geeignet, wenn die verwendeten Produkte ausdrücklich dafür freigegeben sind.
Tipps und Tricks
- Erst testen, dann gestalten. Besonders bei der Kombination aus Clay, Stempel, Gesso und Versiegelungslack lohnt es sich, die Materialien vorher auszuprobieren.
- Saubere Löcher für die Aufhängung. Beim Ausstechen der Aufhängelöcher den Strohhalm leicht drehen und anschließend möglichst gerade herausziehen. So entstehen schöne, gleichmäßige Öffnungen, ohne den weichen Clay unnötig zu verformen.
- Auch die Rückseite zählt. Nicht nur die Vorderseite verdient Aufmerksamkeit. Eine glatte Rückseite ohne Fingerabdrücke oder Unebenheiten lässt die fertigen Anhänger besonders hochwertig wirken.
- Geduld beim Versiegeln. Vor dem Auftragen des Lacks muss der Clay vollständig durchgetrocknet sein, auch im Inneren. Verbleibende Feuchtigkeit kann das Ergebnis beeinträchtigen.
- Das Band kommt zum Schluss. Ein hübsches Chiffonband, feine Perlglanzschnur oder eine natürliche Kordel machen aus dem Clay-Anhänger ein kleines Schmuckstück. Eingefädelt wird allerdings erst, wenn auch die letzte Lackschicht vollständig getrocknet ist.
Mit einem schönen Band werden aus den selbst gestalteten Clay-Anhängern liebevolle Geschenkanhänger, kleine Tischdekorationen oder zauberhafte Weihnachtsornamente.Besonders hübsch wirken sie in Kombination mit naturfarbenem Geschenkpapier, an einem schlichten Zweig oder als kleine Ergänzung zu einer selbst gestalteten Karte.Und das Schönste daran? Kein Anhänger gleicht dem anderen. Jeder Stempelabdruck, jede Form und jedes kleine Detail macht das fertige Werk zu etwas ganz Besonderem. Vielleicht entsteht beim nächsten Mal schon eine neue Lieblingsform oder eine ganz andere Kombination aus Akzentmotiv und Mini-Typo-Schriftzug.


